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When a group of skaters explore the road together it becomes more than that. A crew vibe starts kicking in and a bond is created.
Especially if you are skating in the exhausting Bangkok heat. Stopping at 7/11 to stay hydrated is mandatory and Oishi ice tea became the beverage of choice.
The Oishi Bros were born. At first, we didn’t even know that “oishi“ was Japanese for delicious, but when we found out, it made even more sense, haha!
Anton Beliaev spent the winter of 2015/16 in Bangkok, always filming with the crew and is now releasing this montage.
It’s crazy to see how many people found their way to BKK to escape their local winter.
Two years later it’s finally time to reminisce and warm ourselves up with 11 minutes of Bangkok heat!

We talked to Anton about his time in Thailand, what life in Russia was like and what he is up to nowadays:

INTERVIEW: JOHANNES SCHOEN
PHOTOS: FLORIAN -BURNY- HOPFENSPERGER

 

Woher kommst Du ursprünglich?
Ich bin aus St. Petersburg, Russland, dem östlichsten Teil des Ostsees. „Ein Zugang zum Westen“ in Russland.

Wie kam es dazu, dass Du mit dem Skaten angefangen hast?
Ich habe viel Tony Hawk’s Pro Skater 2 gespielt. Darauf habe ich meine Mutter gefragt, ob sie mir ein Board kaufen kann. Ich dachte, es wäre genauso cool und einfach, wie im Videospiel. Es war cool, aber nicht so einfach, wie ich dachte.

Wie kam es dazu, dass Du nach Bangkok gezogen bist?
Es war einfach eine Flucht vor dem Winter für vier Monate. Ich wusste, dass Burny dort lebt, also habe ich mich dazu entschlossen, einen Winter in Bangkok zu verbringen. Besser, als nichts zu tun und bei -20 Grad Celsius in Russland zu erfrieren.

PATRICK ROGALSKI | NOLLIE FS FLIP

Wie hast Du dort Skater kennengelernt?
Ich kannte Burny schon vorher. Ich habe ihn vor einem Jahr in Bangkok kennengelernt, als ich dort zum zweiten Mal im Rahmen meiner sechsmonatigen Südostasien Reise (2013/14) war. Samu Karvonen, ein Freund von mir, war auch dort. Er war auf einem Trip mit Lucas Fiederling, um für „Where we come from“ zu filmen. Alle anderen habe ich durch Burny kennengelernt. Burny ist ein local G in Bangkok.

Wann wusstest Du, dass es Zeit war, weiterzuziehen?
Mein Visum für Thailand ist im April 2015 abgelaufen und der Winter in Europa war bereits vorbei, also bin ich für drei Monate nach Berlin gezogen, da ich diese Stadt sehr mag und mich dort sehr wohl fühle. Danach bin ich für eine Weile zurück nach St. Petersburg gegangen und darauf habe ich meine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland bekommen.

JASPER DOHRS | FS SMITH GRIND

Wieso Deutschland?
Erstmal, Berlin ist nicht Deutschland. Viele Faktoren spielen da eine Rolle:

-Ich bin mit einer finnischen Mentalität aufgewachsen, welche mir sehr gefiel. Finnland ist jedoch ein sehr langweiliges Land zum Leben. Die deutsche Mentalität ist irgendwo zwischen der Finnischen und Russischen, sie ist also nicht ganz wie die Finnische aber auch nicht so chaotisch wie die Russische.
-Mir gefällt die Ordnung hier in Deutschland sehr gut.
-Es war schon immer mein Traum, ein Skateboardfilmer zu werden. Es ist tatsächlich unmöglich, damit in Russland Geld zu verdienen. Sogar in Berlin ist es immer noch hart, diesen Traum zu verfolgen, aber ich versuche mein Bestes.
-Berlin sieht aus, wie ein renoviertes St. Petersburg: Es gibt die gleichen alten Gebäude im Stadtkern und die gleichen Hochhausblocks am Stadtrand. Es fühlt sich deshalb an, als hätte sich mein Lebensraum kaum geändert.
-Berlin ist eine multikulturelle Stadt und ein Ort, an dem man die Freiheit „atmen“ kann. Solche Vibes spüre ich in St. Petersburg nicht. .

War es einfach, nach Deutschland zu ziehen?
Ganz und gar nicht. Viele Leute wollen nach Deutschland ziehen. Deutsche- und EU Regierungen legen Einwanderern, die aus einem Drittstaat kommen, viele Hindernisse in den Weg. Klar, wenn man aus einem Industrieland wie den USA, Kanada, Israel, Japan, Australien oder sogar Chile kommt, gibt es weniger Probleme, wenn man nach Deutschland ziehen will. Besonders im Vergleich zu Russland, Indien oder China. Tatsächlich wurde mein erster Antrag abgelehnt. Gut, dass ich viele Freunde habe.

Wie konnten Deine Freunde Dir dabei helfen?
Erstmal haben mir Marken, für welche ich gearbeitet habe, Empfehlungsschreibungen geschrieben. Das hat meine „Attraktivität“ gesteigert. Am Anfang habe ich auch mit zwei von meinen Freunden gelebt: Leon Kudaru und Nikolay Gamasin. Danach hat mir Farid Ulrich für zwei Monate mit einer Wohnung ausgeholfen, bevor ich meine Eigene bekam. Es ist echt nicht leicht, in Berlin eine Wohnung zu finden, auch nicht für Deutsche. Ich kenne viele Skater, die schon lange in Berlin leben, aber immer noch nicht angemeldet sind. Für mich waren diese ganzen bürokratischen Schritte wichtig, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Ich habe diesbezüglich auch viele Ratschläge bekommen.

FARID ULRICH | KICKFLIP

Was war bisher dein Lieblingsort zum Leben?
Ich bin viel gereist und war schon in über 50 Ländern, aber wirklich gelebt habe ich nur in St. Petersburg, Bangkok und Berlin. Diese Städte habe ich wirklich als Bürger kennengelernt und verstanden, nicht als Tourist. Meiner Meinung nach ist Berlin die beste Stadt. Sie ist zum Leben immer noch bezahlbar und es gibt viele Möglichkeiten, seine Fähigkeiten in allem Möglichen zu schulen und zu verbessern. Ich habe hier mein zweites Studium gestartet und studiere nun Film and Motion Design. In Berlin kommen die besten Leute aus der ganzen Welt zusammen, es ist also der „place to be“.

Du hast gesagt, dass Russland ziemlich chaotisch sein kann. Sind diese Dashcam-Unfall-Videos realistisch oder sind sie ein Cliché, wie das der Deutschen, dass sie nur Sauerkraut essen?
Ja, es stimmt alles. Die Fahrkultur in Russland ist auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Leute interessieren sich nicht für das Leben von ihnen oder anderen. Sie Leben für heute und denken nicht an die Zukunft. Es ist in jedem Aspekt des täglichen Lebens ein großes Problem in Russland. Man erkennt es besonders daran, dass Russen der globalen Klimaerwärmung viel skeptischer gegenüber sind. Ihnen ist die Zukunft der Erde egal, nicht nur in Russland.

MAXI SCHAIBLE | TAILSLIDE

Gibt es irgendwelche verrückten Geschichten, die Du zu erzählen hast?
2009 bin ich von Beslan nach Wladikawkas in Nordossetien getrampt. Das liegt in der Region des Nordkaukasus. Da war ein Typ, der hat am Straßenrand Pitabrot verkauft. Er sagte, dass er uns mit nach Wladikawkas nehmen würde, sobald er sein Pitabrot verkauft hat. Es waren nur noch fünf übrig, welche wir dann alle gekauft haben. Es hat zusammen nur 2,50€ gekostet. Wir haben das Pitabrot die nächsten Tage gegessen, weil die Stücke so groß waren. Dann hat er ein Schaaf hervorgeholt, welches er in den Kofferraum gelegt hat. Wir haben uns in sein altes Auto gesetzt, einen Lada. Es waren also insgesamt fünf Leute im Auto, inklusive dem Fahrer. Dazu kam das Schaaf im Kofferraum. Es war so viel Gewicht, dass der Boden des Autos fast die Straße berührt hat. Er ist wie ein Psycho gefahren und 160 km/h gefahren, was sich im Lada wie 400 km/h angefühlt hat. Dazu kam, dass die Sicherheitsgurte gefehlt haben, welche er wohl rausgeschnitten hatte. Bald kamen wir endlich in Wladikawkas an und der Fahrer sagte: „Ich würde euch noch gerne die Stadt zeigen, aber ich habe hier ein Schaaf im Kofferraum, was schon fast am Sterben ist.“

MICHI HEINDL | BS SMITH GRIND

Glaubst Du, Du wirst eines Tages zurück nach Russland ziehen?
Wenn sich die deutsche Regierung dazu entschließt, meine Aufenthaltsgenehmigung nicht zu verlängern, werde ich gehen müssen. In allen anderen Fällen: Nein. Zurzeit ist alles gut. Ich studiere momentan, danach soll ich einen gut bezahlten Job anfangen und meine Steuern an den Staat zahlen. Der deutsche Staat braucht gut ausgebildete Steuerzahler.

Hast Du einen Rat an die jungen Leute da draußen, die günstig die Welt bereisen wollen?
Zunächst einmal, verdiene Geld. Dann versuche, mit deinem Geld während der Reise sorgsam umzugehen. Versuche, dich für ein paar Freelance Jobs während der Reise bezahlen zu lassen. Vergesse außerdem nicht, dir vor der Reise eine Bauchtasche zu kaufen. Für den Fall, dass Du beklaut wirst.

JOSCHA AICHER | FS 180

Was steht als nächstes bei Dir an? Wir haben Dein „Geliebtes Berlin“ Video gesehen. Gibt es schon neue Projekte?
Ich habe zwei sehr gute Ideen für Videos, welche ich gerne umsetzen würde. Zumindest glaube ich, dass die Ideen gut sind. Niemand im Skateboarding hat es vorher gemacht. Im Moment versuche ich dafür ein Budget zu finden. Es wäre schön, wenigstens eine der Ideen umzusetzen.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!
Danke Johannes! Sehr cool, dass ihr ein neues, cooles Projekt auf die Beine gestellt habt. Je mehr Vielfalt, desto interessanter.

SASCHA EWEST | NOSEGRIND