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Bangkok, January 27, 2017, 08:30 am. The lights went out, the blinds were drawn. Four Security guards were ready to beat the truth out of us. When I looked at Max, I knew that either our last hour had struck, or that I should now pull my SD card with one of the sickest flatground kickflips of all time, shot at sunrise, out of my sock. The whole thing was not funny anymore and the proof that we were skating on a helicopter platform had to be destroyed.

One year later, looking back on this scenario, I know that I have gained a best friend with Max. On and off the board, of course. Long story short … Let’s get this started.

– FLORIAN “BURNY” HOPFENSPERGER

 

INTERVIEW & PHOTOS: BURNY

 

Wir sitzen hier gerade vor einem 7-Eleven und führen ein Interview im Thai-Style… mit einer Flasche Whisky + Soda. Lass nochmal über das kranke Szenarium mit dem Hoteldach sprechen. Fällt dir das noch komplett alles ein?
Wir hatten uns um sieben Uhr bei Dir in der Hood am 7-Eleven getroffen, erstmal Drinks gekauft und sind ab ins Tuk Tuk… schön auffällig da Du ja meintest, so wie wir ausschauen, checken die direkt, dass wir da nicht wohnen.

Dann sind wir voll laut im Tuk Tuk in das Anwesen des Hotels geballert und die dachten, wir kommen voll besoffen aus der Kausan Road und haben einen kompletten Schaden. Wir sind dann stur durch die Lobby direkt zum Aufzug gegangen, aber der ging nur mit Karte. Dann kamen aber Gäste, die die Karte reingesteckt haben, aber die sind nur ein paar Stockwerke gefahren, weshalb wir dann auch raus sind und die Treppen bis oben genommen haben. Kurz vorm Ende mussten wir dann durch eine Tür, die den Feuermelder ausgelöst hat. Die scheiß Sirene ging an und direkt wieder aus: schnell durch und hoch aufs Dach, wo die beste Optik war. Als wir alles im Kasten hatten, kamen aus einem Glasaufzug so zwei Meter Thais, richtig fiese Jungs. Die haben uns dann nach unten in die Lobby begleitet, da war dann noch alles easy. Wir haben erstmal versucht abzuhauen, hat aber nicht geklappt. Dann ging es ab in die Tiefgarage in ein Nebenzimmer… Rolladen runter, Krawatte aus und Ärmel hoch, und ab ging es…

“IT’S NOT GERMANY –IF SOMETHING HAPPENS IN BANGKOK, NOBODY WILL KNOW“

Licht aus, wieder an, hin und her, bis Du dann am Ende die Karte gezückt hast, Du wolltest die einfach nicht hergeben. Ich dachte mir nur, wenn Burny stur bleibt, spiel ich mit. Aber lange hätten Sie uns nicht mehr verschont und dann hast Du sie ausgepackt…

Ich habe nur gehofft, dass Sie uns nicht kaputt schlagen und in eine Gasse schmeißen.

FS KICKFLIP

Es ist gerade 23 Uhr und es sind noch gefühlte 34 Grad. Der Smog erleichtert das Atmen keineswegs. Sowas sind schon harte Rahmenbedingungen, wenn es um Skaten geht. Was begeistert Dich jetzt schon seit fast sechs Jahren über den Winter nach Bangkok zu gehen?

Yo Bangkok ist einfach der Shit!!! die Stadt schläft nie und du kannst 24/7 machen, was du willst. Die Stadt ist richtig asozial dreckig und dann der geleckte Gegensatz, ich mag die Mischung.
Du musst nur raus auf die Straße und Du hast deinen Spaß, easy aufs Rollertaxi, sich durch die Gassen fahren lassen, besoffen nachts ein Tuk Tuk nehmen oder mit Klima im Taxi fahren.
Ich feiere die ganzen Street-food Möglichkeiten. Das Essen ist einfach nur killer!!!

Oder spontan mal eine Bar übernehmen, Mukke anschließen und ab geht es.
Die letzten Jahre habe ich ja Bangkok immer nur kurz mitgenommen und dann bin ich direkt weiter auf die Inseln. Dieses Jahr war die Gang unterwegs mit Samuel, Sascha, Mari und Marc. Wir waren zwei Wochen in Bangkok unterwegs und haben nix ausgelassen, fett geskatet, die teuersten Hotel Pools gesnaked, lecker gegessen und sehr viel gelacht.
Dieses Jahr war es hier brutal gut und es war auch geil, dass wir das alle zusammen erlebt haben… wir kennen uns ja alle ewig und waren schon viel zusammen unterwegs.
Nächstes Jahr selbe Gang, gleiches Spiel!!!

Wann und wo waren Du und Samuel Beyer das letzte Mal zusammen auf einem Trip?
Das ist schon lange her, ich glaube in Barca…

GAP TO BS LIPSLIDE

Wenn ich mir deine Vergangenheit so anschaue, dann warst Du schon viel in Asien unterwegs. Wo warst du schon überall und wie bist du das erste Mal dahin gekommen?
Das erste Mal in Asien war ich auch mit Samuel. Wir waren mit Patrik Wallner in Shenzhen und Hong Kong und haben da unseren Part für Translations gefilmt. Da war China noch komplett underground und keiner hatte es auf dem Schirm.

Mit Nike waren wir in Kuala Lumpur, Malaysien auf Tour…

Hast du in Malaysien nicht den härtesten Kickflip deines Lebens gemacht?
Der Kickflip das Streetgap kommt nach dem Kickflip am Aufmarschgelände vom sechsten Block.

SAMUEL BEYER | OLLIE

Der Kickflip am sechsten Aufmarschblock, welcher jetzt genau zehn Jahre her ist und damals Cover von der Place Issue 5 war, ist definitiv einer der härtesten Tricks der deutschen Skateboardgeschichte. Hast du öfter mal darüber nachgedacht, noch einen nachzulegen?
Den habe ich auch direkt zwei Mal hintereinander gemacht. Danach habe ich einmal Hardflip versucht… würde gern den siebten oder achten Block machen, aber nach dem sechsten Block wird die Ausfahrt noch kürzer und die ist eh schon kurz.

Was geht sonst noch gerade in NBGhetto (editor’s note: Nürnberg)?
Spottechnisch ändert sich hier leider nix, wenn was gebaut wird, dann bauen di e es extra so, dass man die Spots nicht skaten kann. Es gibt die OG Spots, da kann man schon was ballern, aber viel ist hier nicht.
Die Homies vom TX-Sports laden sonst immer viele internationale Skateteams ein. Da waren schon einige da und haben Nürnberg gut zerlegt.

Fällt es jungen Skatern leicht, in Nürnberg in falsche Kreise zu geraten, oder zeigt ihr den New Kids am Museumsspot, wie es richtig geht? Ist Nürnberg noch mit Vorsicht zu genießen, oder hat sich der Nebel in den Jahren gelöst?
Es ist auf jeden Fall chilliger geworden, der Nachwuchs ist geprägt und definitiv anders als wir.

Wer sind die neuesten Ripper aus Nürnberg die man kennen soll?
Luan muss auf die Karte!
Und Nehmia und Jonny Bonez gehen ab! 100% Skater, die jeden Tag motiviert sind, was zu starten.

KICKFLIP INTO BANK

Was ging eigentlich mit Like Wow? War das nicht eure Homie Brand aus Nürnberg? Oder ist ein neues Homie Ding geplant?
Like Wow gibt es noch, aber ich bin da raus…
Ansonsten kommt da was Neues! Ich zieh was mit Mari hoch, wird alles gerade geplant.
Street-Connect.

Max B. und Dirty Ghetto Kids erscheint für mich passend wie die Faust aufs Auge! Wie lange bist du schon auf DGK und wie ist das zustande gekommen?
Zehn Jahre bin ich bestimmt schon auf DGK!
Ich bin damals über Gentsch zum Urban Supplies gekommen, da hat sich dann Mike Sprunkel um mich gekümmert, dann hat es Felix Stephan gemacht und jetzt bin ich bei Mosaic, wo Johannes Schön sich um mich kümmert.

“Skaters are just the real ones! The only negative thing about skating is getting injured.”

 

Wie kannst du dich mit DGK selbst identifizieren? welche Gemeinsamkeiten teilst du?
DGK ist für mich mehr als nur Skaten. Ich fühl den Shit, den die Jungs in Amerika machen und stehe komplett dahinter.

Gibt es DGK Pläne für dieses Jahr? Hast du mal vor, nach LA zu gehen und mit dem Team zu skaten?
Ich flieg im Juni nach LA und will bei KAYO auf jeden Fall mal vorbeischauen. Mal gucken, ob sich was ergibt. Bock habe ich!

BACK NOSEGRIND BS REVERT

Du bist ja Skater aus der ersten Stunde und hattest schon mit zwölf Jahren Coverage in den Medien. In welche Richtung hat sich Skaten für Dich heute verändert? Was gibt es Positives und Negatives?
Skaten war das Beste, was mir passiert ist! Durch Skaten durfte ich viel von der Welt sehen und viel verschiedene Menschen kennen lernen. Skater sind einfach die Realsten! Das einzige Negative am Skaten sind die Verletzungen.

Mit welchen Homies oder früheren Teamkollegen aus der damaligen Zeit bist du auch heute noch aktiv am Fahren?
Skaten gehe ich immer noch mit den gleichen Homies wie Mari, Samuel, Sascha und Luan.
Alle sind besser geworden und einzigartig. Von den alten Teamkollegen sehe ich oft noch Sebi Vellrath und Sami Harithi, wenn ich mal in Berlin bin. Auch Sami war ein paar Mal in Nürnberg, als er auf der Durchreise war. Sebi und Sami sind zwei Legenden. Immer top gelaunt und es ist auch richtig lustig, über alte Zeiten zu reden.

Gibt es ein bestimmtes Jahr, welches Du gerne nochmal erleben würdest?
2007! Da war ich auch mit Samuel in New York. Das war die beste Zeit auf dem Board. Keine Kopfschmerzen, kein Stress, einfach nur skaten.

Was ist dein Lieblingspart?
Henry Sanchez – Sight Unseen.

Dein Musikgeschmack in Skateparts war schon immer an Old School Rap orientiert. Welcher Rapper kommt im nächsten Part und wie beeinflusst die Musik deinen Skatestyle?
Prodigy of Mobb Deep begleitet mich schon seit Ewigkeiten! R.I.Prodigy. Musik gibt mir Power und motiviert mich, ich lebe es! Auf die neue Trapscheiße komme ich nicht klar, das hat mit Rap nichts zu tun. Wobei es natürlich manche Tracks gibt, die gut reingehen.

Hat Helge Tscharn nicht die meisten Monstercover mit Dir geschossen? Wie viele Cover hattest Du schon und was ist dein Favorit?
Cover hatte ich schon einige, sechs oder sieben glaube ich. Favoriten sind der Kickflip am Aufmarsch und natürlich unser Cover in Hawaii, welches wir damals für die Playboard geschossen haben.

Wir planen auch gerade unsere erste Ausgabe von Pocket, welche im Juni als Hardcover erscheinen wird. Wie soll deiner Meinung nach das Cover aussehen?
Killer Fisheye Foto mit Board in der Linse! Back to the real shit!

CROOKED GRIND

Lets get back to the dirty streets of Bangkok.
Viele der Tricks für das Interview sind spontan entstanden und du wusstest teilweise nicht, zu welchen Spots es geht. Motiviert Dich der Überraschungseffekt? Wie sieht es bei Dir überhaupt noch mit Runterspringen aus?

Spontan finde ich immer am besten, da kommt direkt Adrenalin hoch und man muss einfach ballern. Auf Runterschmeißen habe ich auch Bock, aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. So einfach steckt mein Körper das nicht mehr weg. Aber ab und zu muss es einfach!

Skatest Du Bangkok lieber bei Tag oder Nacht?
Auf jeden Fall nachts. Tagsüber ist es zu heiß, keine Chance. Der Spot, wo wir den Ollie geschossen haben, war auch eine geile Aktion. ich hatte den Spot tagsüber entdeckt, aber da war alles voller Stände, es war also nur mitten in der Nacht möglich, so ab halb Zwei. Wir waren schon etwas früher da, in der Hoffnung, der Spot ist frei. Als wir ankamen, war noch alles voll und wir mussten uns noch ca. zwei Stunden mit Bier wachhalten. Dann war endlich alles frei und es musste schnell gehen. Du warst ready und Sam hat die Straße geklärt… Sam-style hat er direkt alle animiert, mir die Straße frei zu halten und dann paaaam, first try und die Straßenparty war on!

Ich sehe Dich als Menschen, der sein Umfeld genau beobachtet. In Bangkok passiert einfach ständig irgendwas Verrücktes. Was war das Verrückteste, was Du dort erlebt hast?
Da war so viel… unsere Helikopteraktion war das Krasseste!

In Bangkok kann man 24/7 Action machen und die Leute finden 99,9 % davon lustig. Was sollte man trotzdem mit Vorsicht genießen?
Aufpassen mit Drugs, Nutten und Schlägereien. Dann hilft dir dein „I’m so sorry“ auch nichts mehr!

Fünf Dinge, die man in Bangkok gemacht bzw. gesehen haben muss?
Anis Bistro
RCA Privat Tisch mit Black Label Soda Wasser
Stripclubs
Lebua State Tower Aussicht
T&K SEAFOOD IN CHINATOWN

Gerichte, die man probiert haben muss?
Som Dam Thai Pet
Patkrapau Gai
Anis Papaya Fried Rice
Redsnapper redcurry

OLLIE TRANSFER

Wie geht es für Dich nach einem Bangkok Trip in Thailand weiter?
Wir fliegen immer auf Inseln. Unsere Anlaufstelle ist immer Koh Phangan und dann geht es weiter, um noch mehr Inseln abzuklappern…

Thailand hat über 500 Inseln, was total insane ist. Gibt es für Dich als Inselexperten große Unterschiede?
Auf jeden Fall, Phuket und Samui sind durch den Flughafen sehr überfüllt und stressig. Was ich aber für ein paar Tage auch ganz geil finde. Koh Tao ist voll chillig, aber Koh Phangan ist der Übershit! Da hast Du von Party bis Alleine-am-Strand Alles. Der Vibe ist dort auch am authentischsten.

Was steht dieses Jahr sonst noch an?
Ich bin jetzt erstmal hier in NBG und dann geht es nach LA. Im August fliege ich mit meiner Freundin Gung nach New York, danach mal sehen…

Danke für das Interview Max. Any shout-outs?
Erstmal danke ich Dir Burny, für Alles und für die killer Zeit in BKK! Es ist jedes Mal lustig mit Dir! Ich finde es auch richtig geil, was ihr mit Pocket aufbaut, ihr werdet damit noch Einiges reißen! Ich glaube an euch, habt es verdient!
Shout outs an Johannes Schön und Mosaic für den DGK/Gold Stuff, Norbert und fine lines für den Nike Stuff und an Sven von TX-SPORTS!
Einen dicken Dank an meine Eltern, Fam, meine Freundin und alle meine Brüder!!! Ich liebe euch.

Bangkok, March 16, 2018, 04:30 pm